Polizei beschlagnahmt 71 völlig abgemagerte
Hunde
AP -
Sonntag, 23. Dezember, 13:22
Uhr
Kaiserslautern (AP) Die Polizei hat über 70
völlig unternährte, kranke und verschmutzte Hunde auf einem ehemaligen
Bauernhof in Obernheim-Kirchenarnbach (Kreis Südwestpfalz) beschlagnahmt.
Ein Hund wurde verhungert aufgefunden, wie Christel Wilhelm vom Vorstand des
Tierschutzvereins Pirmasens am Sonntag
der AP berichtete. Die Hunde wurden nach ihren Angaben von einem Verein
angeboten, der sich «Arche e.V.» nennt, um ein Geschäft mit den Welpen zu
machen. Die Staatsanwaltschaft Zweibrücken hat ein Ermittlungsverfahren
eingeleitet.
Die Polizei in Kaiserslautern bezeichnete die Zustände auf dem Anwesen als
katastrophal. Nach Hinweisen von Tierschützern sei es am Freitag durchsucht
worden. «Die Hunde, teilweise auch Welpen, waren alle unterernährt und
krank. Sie mussten auf engstem Raum, ohne ausreichendes Futter und Wasser
auskommen», berichtete die Polizei.
Tierschützerin Wilhelm sagte, bei der ersten Durchsuchung seien 56 Hunde
gefunden worden, am Samstag
noch einmal 15, die von den Haltern versteckt worden seien. Ein weiterer sei
bereits tot, und drei bis vier Hunde hätten im Sterben gelegen, aber
gerettet werden können. Die Halterin habe erklärt, die Tiere gehörten ihr
nicht.
Die Besitzerin sei in den Vogesen (Frankreich). Der Tierschutzverein geht
davon aus, dass es weitere zwei bis
drei Anlagen gibt, wo die Organisation den Hundehandel betreibt.
Die Tiere
würden aus ganz Europa her transportiert. «Die Welpen kommen unter grausamen
Bedingungen zur Welt», sagte Wilhelm. Der Handel finde nicht selten bei
Nacht und Nebel zum Beispiel auf Parkplätzen statt.
Beim Anblick der abgemagerten Tiere seien alle Helfer in Tränen
ausgebrochen. Die Hunde wurden tierärztlich untersucht und in Tierheimen der
Südwestpfalz untergebracht.
Der
Tierschutzverein rief Käufer von Welpen auf, sich immer auch die Mutter
zeigen zu lassen. Diese werde oft
als «Wurfmaschine» missbraucht und vernachlässigt. Wilhelm forderte aber
auch strengere Überwachung durch Ordnungs- und Veterinärämter. «Da gehören
ganz strenge Gesetze her», meinte sie.
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