Name: Maggy
Geboren: Oktober 2005
Rasse: Mix aus Deutschem und Belgischem Schäferhund (Tervueren)
Geschlecht: weiblich
Aufgewachsen: in einer Familie mit 3 Kindern + kleinem Hund
Besondere Marotten: Sodasprudler wird ganz doll verbellt, Beeren von
Sträuchern naschen,
in unbeobachteten Momenten Essbares klauen
Abgabegrund: Zeitmangel und alles was daraus die Folge ist
Tierheimaufenthalt: ca. 3,5 Monate
Neuanfang: Januar 2010
Eigentlich hatte ich die Hoffnung schon
aufgegeben, denn ein Versuch mich zu vermitteln, endete damit, dass
ich doch wieder im Tierheim landete. Doch eines Tages tauchte eine Frau auf,
und ich merkte sofort ...sie hat
sich in mich verliebt, nicht nur weil ich so hübsch bin, sondern weil sie
die wahren Schätze in mir erkannte.
Obwohl ich gar nicht in der Lage war, mich einigermaßen anständig zu
benehmen, geschweige denn meine Emotionen zu kontrollieren, kam sie ein 2.
Mal. So ganz verstanden habe ich es bis heute nicht, warum sie und
ihr Mann mich dann schon direkt mitnahmen.
Ich habe mich direkt wohl gefühlt, denn alles hat gepasst: Haus mit Garten
und 2 sportliche hundeerfahrene Menschen, die sich rührend um mich
kümmerten.
Natürlich versuchte ich, mich so gut ich konnte von der besten Seite zu
zeigen, doch so ganz ist mir das
scheinbar nicht geglückt. Meinem Frauchen wurde recht bald klar, dass ich so
gut wie keine Beherrschung
kannte. Ich zog wie verrückt an der Leine, jagte was sich auch nur bewegte,
war hyperaktiv sobald es nach draußen ging, übersprang den bereits
aufgestockten Grundstückszaun wegen Katzen und meinte auch noch,
die ein oder andere Person anknurren zu müssen. Frauchen war am Verzweifeln.
Naja, ich war eben noch ziemlich durcheinander von den vielen neuen
Eindrücken. Aber lieb war ich auch - zu
den meisten Menschen, zu fast allen Hunden und natürlich ein Goldstückchen
im Haus bei meinen 2 Chefchens.
Und so gab mir meine neue Familie die ein oder andere Chance zu lernen, was
sie von mir erwarteten.
Mein Frauchen ist selber Hundetrainerin, weiß also wie sie mich mit
liebevoller Konsequenz in der richtigen Dosierung und unendlicher Geduld auf
einen guten Weg bringt.
Nicht nur den üblichen Grundgehorsam sondern auch etliche Tricks (Slalom
durch die Beine, Einparken, Totstellen, um etwas herum laufen,
rechtes/linkes Pfötchen geben, usw.) hat sie mir schon beigebracht. Da
benutzt sie ganz gerne so ein kleines Ding was KLICK macht - echt klasse, da
bin ich dann nicht ganz so auf
280 und kann mich besser konzentrieren. Ich habe nämlich ganz extremes ADS -
würde man bei Menschen
sagen. Ob ich im Oktober 2010 an der geplanten Begleithundeprüfung
teilnehmen werde, steht allerdings noch
in den Sternen.
Frauchen ist z.Zt. noch skeptisch, was das lange still Liegenbleiben und den
Prüfungsteil in der Stadt angeht...
da bin ich noch viiiiiiel zu aufgeregt. Ich will eben an allen Stellen
gleichzeitig sein und verliere dann schnell
meine Nerven. Aber wir arbeiten auch da dran.
Gerade auch im Sommer habe ich schon einige Biergarten-Besuche und
Abend-Spaziergänge in der Stadt als Übungseinheit hinter mich gebracht, denn
Frauchen will ja einen gesellschaftsfähigen Hund.
Und weil ich ein Energiebündel ohne Ende bin, darf ich auch "arbeiten". Das
ist das Größte für mich, da kann
ich meine unbändige Energie in die richtigen Kanäle leiten.
Auf unserem täglichen ausgedehnten Spaziergang darf ich schwierige
Apportieraufgaben lösen. Nein, da darf
ich nicht mehr machen, was ich will...aber es macht mir riesigen Spaß.
Überhaupt ... für's Arbeiten bin ich glaube geboren. Frauchen und ich haben
dabei viel Spaß und ich frage mich manchmal schon, wo Frauchen soviel
abwechslungsreiche Aufgaben herzaubert.
Und auch bei der Fährtenarbeit brummt mir hinterher der Schädel. Die Fährten
werden immer länger und auch schwieriger. Im Spätsommer geht’s an das
Verweisen der ausgelegten Gegenstände – und alle staunen über
mein Tempo und wie konzentriert ich suche.
Mein Frauchen hat sich nämlich auch noch das Ziel gesetzt, mir das Jagen zu
vermasseln. Und als Ausgleich
darf ich Suchen ;-) Seit einem halben Jahr arbeitet sie konsequent an der
10-Meter Leine mit mir. Ich mache
schon suuuuper Fortschritte obwohl es mir sichtlich schwer fällt. Ich lasse
mich, wenn ich z.B. einen Ball oder
Maus nachjage, schon stoppen. Und wenn ich so weitermache, hofft mein
Frauchen, werde ich bald in
bestimmten Gebieten ohne Leine laufen dürfen. Das wäre mehr als ich je
erträumt hatte.
Und manchmal nimmt mich mein Frauchen auch zum Turnierhundsport-Training
mit. Dann darf ich Geräte überspringen, Konzentrations- und Gehorsamsübungen
mitmachen, Slalomtore durchlaufen, Tunnel und Laufdielen bewältigen usw..
Allerdings rege ich mich derzeit noch zu sehr über andere
Trainingsteilnehmer auf, wenn die rennen oder mit
dem Ball spielen. Auch da muss ich noch an mir arbeiten. Es gibt wirklich
viel zu tun !!! Die Nerven die mein Frauchen dabei hat hätte ich gern. Sie
meint, sie macht gerade ihre „Doktorarbeit“ mit mir ;-))
Mein Frauchen achtet wirklich sehr darauf, dass ich nicht zum Workaholik
mutiere, denn wenn's nach mir ginge, würde ich Tag und Nacht durcharbeiten.
Mein Herrchen nimmt mit hin und wieder auch mal mit zum Joggen, da komme ich
dann konditionell auf meine Kosten.
Tja, im Urlaub in Holland und Ostdeutschland war ich auch schon. Übernachten
im Wohnmobil, bei Verwandten und in einer Pension und demnächst lerne ich
noch im Boot mitfahren... was mein Frauchen aber auch alles ausprobiert ?!?
Ich glaube fest daran, dass ich es kaum besser hätte treffen können. So, nun
wisst Ihr erst mal
wie es mir so im ersten halben Jahr ergangen ist und dass ich große Ziele zu
erreichen habe.
Ich möchte mich noch ganz doll bei den Helfern im Tierheim für die Fürsorge
und Streicheleinheiten danken.
Das hat mir die Kraft gegeben durchzuhalten.
Maggy im August 2010