|
|
![]() |
|
Liebes Tierheim-Team! |
|
|
|
In der ersten Oktoberwoche
hatte sie plötzlich keinen richtigen Hunger mehr. Wedelte nicht mehr
freudig, humpelte stark und wollte von sich aus gar nicht mehr aufstehen.
Sie hat uns nicht mehr „geküsst“, was für sie auch nicht normal war, denn
normalerweise durfte man mit dem Gesicht nicht in ihre Reichweite kommen
ohne das man gewaschen wurde. Das eine Bein stand ja schon immer schief, sie
hatte starke Arthrosen und starke HD, weshalb Humpeln alleine nicht
unbedingt ein Alarmsignal gewesen wäre, denn es war nasskalt und da war das
nicht ungewöhnlich. Es wurde aber schlimmer, sie mochte das Bein überhaupt
nicht mehr belasten und ist von sich aus nicht mehr aufgestanden. Ein Besuch
am 13.10. beim Gelenkspezialisten Dr. Walla in Wiesloch zeigte nicht nur,
dass ihre Kniescheibe verrutscht war, sondern auch, dass sie Metastasen in
der Lunge hatte. Das Knie hätte man operieren können, aber bei der
niederschmetternden Lungenaufnahme war das keine Option mehr. Er bat uns,
nicht allzu lange damit zu warten sie gehen zu lassen, um keinen grausamen Erstickungstod zu riskieren. Mittwochs hatte sie bereits seit 4 Tagen nichts mehr wirklich gegessen. Es war sogar schwierig, ihr Schmerzmittel zu verabreichen, denn ohne Futter hätten ihr die auch noch Bauchschmerzen bereitet. Sie konnte sich nicht mehr alleine im Korb umdrehen und wenn man ihr half merkte man dass sie Schmerzen hatte. Sie hatte trotz Decken und Wärmeflaschen kalte Füße. Nachmittags fing sie an erschwert zu atmen und da wussten wir, dass wir nicht länger warten durften. Es gab keine Hoffnung darauf dass es nochmal besser werden könnte und die Gefahr dass sie erstickt war allgegenwärtig. Es war die schwerste Entscheidung, die wir in unserem Leben jemals fällen mussten. Ich bin froh, dass ich einen TA gefunden habe, der nach Hause kam. So mussten wir sie nicht mehr bewegen und sie konnte in ihre Decken eingekuschelt in ihrer Kudde einschlafen. Wir haben bei ihr gesessen, ich habe ihr den Kopf und die Vorderpfoten gestreichelt, habe ihr immerzu gesagt, dass sie das ganz toll macht, dass sie für immer mein Lottchen, mein Lieschen, mein kleiner schwarzer Bär sein wird und dass es ist in Ordnung ist wenn sie jetzt geht. Ich hab mich bei ihr für alles entschuldigt was wir in ihrem Leben eventuell unwissentlich verbockt haben und mich bei ihr bedankt, dass sie so ist wie sie ist und war wie sie war. Die Vernunft sagt, wir haben ihr damit schlimme Schmerzen und einen unwürdigen Todeskampf erspart, aber mein Herz fühlte sich an als würde es jemand zusammen drücken. Ich hoffe, es war das richtige, ich hoffe, ihr Seelchen ist mit der Entscheidung einverstanden. Sie lag noch bis Donnerstagnachmittag, also fast 24 Stunden, bei uns im Wohnzimmer. Wir sind immer wieder hin, haben sie gestreichelt und mit ihr gesprochen. Wir wollten auch Sunny, FeeBee und Ginger die Möglichkeit geben, Abschied zu nehmen. Meine Mutter hat für Lissy ein Sträußchen aus 13 Mini-Sonnenblumen gebunden, eine Blume für jedes Lebensjahr. Das haben wir zu ihr gelegt, und am Donnerstagnachmittag hat sie ein sehr netter Mann vom Rosengarten abgeholt zur Einäscherung. Das war nochmal schwer, sie auf die Liege zu legen und sie aus dem Haus zu tragen. Das ist so endgültig. Wir können sie nun nicht mehr anfassen und nicht mehr ihren schönen Wuschelpelz spüren und auch nicht mehr unsere Gesichter in ihrem Pelz vergraben, der immer so wunderbar nach Lissy gerochen hat. Lissy hatte immer einen so tollen Duft, sie roch irgendwie nach Schokolade. Wir haben ihr am Auto nochmal ein paar Worte gesagt, sie zugedeckt und dann sind wir nochmal ne Runde heulen, als der Transporter dann wegfuhr. Wir haben seit dem Mittwoch viel geweint, viel über Lissy geredet, und Bilder angeschaut und immer wieder herzlich gelacht, denn Lissy war ein Hund, der uns täglich zum Lachen brachte. |
![]() |
|
Und trotz der großen Trauer, dass unser Mädchen
nicht mehr bei uns ist, überwiegt die Dankbarkeit, dass wir einen so
unglaublichen Hund kennenlernen durften. Auch wenn wir viel weinen und
traurig sind überwiegen die schönen Gedanken, denn wir hatten fast 7 tolle
Jahre zusammen und es verging wirklich nicht ein Tag, an dem sie uns nicht
mit ihrer Art zum Lachen brachte und sie eine so unglaubliche positive
Energie versprüht hat. Lissy kam ja 2002 mit Sunny zu uns. Als wir die Beiden am 02.11.2002 zum ersten Mal bei Euch besuchten, sah ich Lissy (die damals noch Sissy hieß), bekam solches Herzklopfen dass ich es im Hals spürte und es mir schwindelig wurde. Sunny mochte ich auch auf Anhieb, aber in Lissy habe ich mich dermaßen verliebt dass ich nachts von ihr geträumt habe und sogar in den Jahren danach noch ganz oft richtig Schmetterlinge im Bauch hatte wenn ich sie nur ansah. Und diese Liebe hat sich über die Jahre fortgesetzt. Sie wurde zu meinem Herzenshund. Sie hat sich bei uns zum fröhlichen, gut gelaunten Mädchen entwickelt, die jeden liebte und jeder liebte sie. Sie begrüßte morgens gerne die Vögel an der Voliere, saß eine Weile dort und sah dem bunten Treiben zu. Wenn sie eine Katze sah hätte sie am liebsten mit ihr gekuschelt und war immer ganz enttäuscht, wenn diese das nicht genau so sahen und entweder die Flucht antraten oder in der Hoffnung verharrten, dass man sie nicht sieht… |
![]() |
|
Sie war Sunny’s Anker, ohne
sie hätte Sunny, die anfänglich extrem ängstlich war und die im Laufe der
Jahre autistische Tendenzen entwickelt hat, keinen Halt gehabt. „Zum Glück“
hat Sunny – so glaube ich – nicht wirklich gemerkt, was mit Lissy passiert
ist, denn sie ist mittlerweile hochgradig dement. Lissy hat Sunny jeden Tag
ausdauernd und gründlich das Gesicht geleckt, besonders die Augen - Sunny
sah immer aus wie aus dem Ei gepellt. Die beiden waren ein tolles Team und es schien als wusste Lissy, dass Sunny immer ein bisschen extra Hilfe und Fürsorge braucht, und die hat sie ihr mit Hingabe zukommen lassen. |
|
|
| Sie hat FeeBee und Ginger nach deren Einzug nach Lissy-Art erzogen. Sie war eine gütige, gutmütige und gerechte Lehrerin und hat mir zwei kleine tolle Hunde hinterlassen, die kein menschlicher Trainer der Welt so hinbekommen hätte. |
![]() |
|
Sobald man sich mit seinem
Gesicht in Reichweite ihres Kopfes aufhielt sah sie das als Aufforderung,
einem das Gesicht zu waschen. Wie oft wurden wir morgens mit einem kräftigen
Wisch durchs Gesicht wach gemacht, oder am Rand der Badewanne überfallen, oder beim Schläfchen auf der Couch attackiert. Lissy musste abends, wenn wir die Meute nochmal zum Mitternachts-Pipi in den Garten lassen, nie pinkeln. Nie. Ihre Blase meldete sich immer recht exakt 30 Minuten nachdem wir eingeschlafen waren, was sie dann veranlasste sich ganz verzweifelt jemanden zu suchen, der die Tür aufmacht. Und das mit schnauzertypischem sehr bestimmtem Nachdruck. Frische Decken konnten nicht wirklich unbemerkt irgendwo hin gelegt werden, sie hatte einen Radar dafür und ihr Hintern war meist schon auf der Decke bevor man sie richtig hinlegen konnte. Aber RICHTIG hingelegt haben wir sie ohne hin nicht. Menschen können so was nicht. Lissy musste die Decken immer nach ihrer eigenen Art so gestalten dass man hinterher dachte: Das KANN nicht gemütlich sein. Sie schien das aber anders zu sehen, und die beiden Kleinen haben sich dieses „Nestbauen“ bei ihr abgeschaut. Klopapierrollen fand sie toll, damit konnte sie sich stundenlang beschäftigen. Lissy hinterlässt hier eine große Lücke - ihre Art, ihr Geruch, ihre Wärme, ihre Gutmütigkeit und ihre Liebe – sie fehlt uns sehr. Ich wünsche mir, dass sie meine 2003 verstorbene so sehr geliebte Oma gefunden hat und sie nun gemeinsam auf uns warten. Das ist ein schöner Gedanke. |
|
|
|
Ich danke Ihnen von Herzen, dass Sie uns diesen wunderbaren Hund anvertraut haben. Lissy hat 7 Jahre unseres Lebens bereichert und sie wird unvergessen bleiben.
Lissy, Lissy-Kind, Liesje, Lottsche, Bärsche
*1996
– 14.10.2009 Traurige
Grüße aus Rheinhessen, Marina Wahl-DeVera & Shannon DeVera mit Sunny, Ginger
& FeeBee |